061 | DEEP TALK. 35 Jahre selbstständig - Eure Fragen, meine Antworten.
Shownotes
What a ride! Im Oktober bin ich seit 35 Jahren selbstständig. Aus diesem Anlass wollte ich von euch wissen, was ihr mich schon immer mal fragen wolltet.
Herausgekommen ist eine der persönlichsten Folgen, die ich bisher aufgenommen habe. Ich erzähle, wie ich ohne Masterplan in die Selbstständigkeit gestartet bin, warum ich Wachstum fälschlicherweise lange mit Erfolg gleichgesetzt habe und was es mit mir gemacht hat, eines Tages einfach nicht mehr weiter funktionieren zu können.
Es geht um Burnout, chronische Migräne, Familie, Freiheit und darum, wie sehr sich der eigene Blick auf Erfolg verändert, wenn man schon einige Jahrzehnte Leben und Business hinter sich hat. Und natürlich geht es auch um Reife, Sichtbarkeit und Personal Branding. Denn 35 Jahre Selbstständigkeit lassen sich nicht vom eigenen Leben trennen.
Du erfährst
- wie ich ganz ohne Masterplan in die Selbstständigkeit gestartet bin
- warum Wachstum nicht gleich Erfolg ist
- was ich durch mein Burnout über Leistung, Funktionieren und Selbstwert gelernt habe
- wie chronische Migräne meine Art zu arbeiten verändert
- inwiefern ich heute anders auf Freiheit und Erfolg schaue als früher
- warum ich relativ entspannt mit meinem Alter umgehe
- wie 35 Jahre Selbstständigkeit mein Verständnis von Personal Branding verändert haben
- und was ich heute unter einem Business verstehe, das wirklich zum eigenen Leben passt
Diese Folge ist keine Anleitung dafür, wie man alles „richtig“ macht. Sie ist ein sehr offener Blick auf einen langen Weg mit Umwegen, Krisen, Neuanfängen und ziemlich viel Entwicklung.
Ich wünsche dir viel Spaß beim Hören und hilfreiche Erkenntnisse. Bleib einzigartig, denn das bist du!
Die Links zur Folge:
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Transkript anzeigen
00:00:11: Ganz ganz herzlich willkommen zu einer neuen Folge im Zeitdich-Podcast.
00:00:15: Das ist der Podcast für selbstständige Frauen und Männer, die verbindet das sie schon einiges erlebt haben auch erlitten haben aber vor allem auch schon was erreicht haben und jetzt bereit sind sich auf einem ganz neuen Niveau zu zeigen.
00:00:31: Ich nenne sie The New Icons.
00:00:34: Hier im Podcast geht's um Soulful Branding als einen wunderbaren Weg zu mehr Souveränität, zu mehr Leichtigkeit und zu mehr Strahlkraft in Business.
00:00:44: Es geht hier um Markenentwicklungen und um Strategie genauso aber auch um Selbstentfaltung, Identität und natürlich auch ums Mindset!
00:00:54: Ich wünsche mir, das ist mein Ziel.
00:00:56: Dass dich die Folgen inspirieren und dass sie dich gleichzeitig auch so ein Stück weit erden in diesem großen, lauten Aufmerksamkeitsspiel da draußen!
00:01:08: Denn für mich zeigt sich wahre Größe nicht durch Lautstärke sondern doch Haltung, durch Erfahrung, durch Klarheit.
00:01:16: Das sind für mich die machtvollsten Assets einer starken Brand.
00:01:21: Ich bin Martina, Martina Rehberg, leidenschaftliche Gestalterin, Designerin, Brandcoach und ich bin die Gründerin von deliciousdesign.
00:01:30: Und ich möchte dass du dich gern da draußen zeigst mit einem Business das nicht nur dein Konto gut füllt sondern auch deine Seele satt macht!
00:01:42: So und heute gibt es so ein bisschen eine andere Folge als sonst weil ich hatte jetzt im Oktober einen Jubiläum Ich bin seit fünfunddreißig Jahren selbstständig.
00:01:54: Also, fünfund dreißig Jahre.
00:01:56: wenn ich das so sage dann denke ich echt, wow also... Das ist schon eine Ansage oder?
00:02:02: Weil ja auf der einen Seite klingt es ja nach unglaublich viel so ein bisschen so, okay jetzt erzählt die ältere Dame mal ein bisschen aus ihrem Berufsleben und auf der anderen Seite fühlte sich für mich aber gar nicht so an.
00:02:16: Also vor allem fühlten sie sich auch nicht abgeschlossen oder fertig an oder als wäre jetzt da irgendwas abgeschlossen ganz im Gegenteil.
00:02:25: ich habe gerade aktuell ganz besonders eher so ein bissel das Gefühl dass ich an einem Punkt angekommen bin an dem nochmal richtig was Neues anfängt und das ist ein sehr schönes Gefühl, dass ich sehr liebe.
00:02:37: Und auch deswegen wollte jetzt aus diesen thirty-fünf Jahren so keine klassische Jubiläumsfolge hier im Podcast machen also nicht so eine so ne chronologische, weiß ich nicht, Retrospektive oder so, das wäre mir selber so ein bisschen zu langweilig gewesen.
00:02:54: und deswegen habe ich dich und euch ja gefragt im Newsletter.
00:02:59: Was wolltet ihr denn eigentlich immer schon mal über Selbstständigkeit, über Branding, über Sichtbarkeit von mir wissen?
00:03:07: Aber eben auch was wolltet Ihr mich schon immer fragen über Krisenerfolg oder eben meinen eigenen Weg mit den ganz persönlichen Herausforderungen und ja auch Wendepunkten und auch Krisen die es so bei mir gegeben hat!
00:03:23: Und es kamen wirklich ganz, ganz tolle Fragen.
00:03:27: also Wirklich vielen, vielen Dank dafür.
00:03:29: Es waren auch ganz schön viele.
00:03:31: Deswegen habe ich sie auch so ein bisschen sortiert.
00:03:33: Ich hab so ähnliche immer so ein bissel zusammengefasst und ja also bei fast jeder Frage habe ich mir gedacht da könnte man jetzt eigentlich auch eine eigene Folge dazu machen.
00:03:46: Das ist jetzt auch das.
00:03:47: ich versuche wirklich hier nicht zu ausschweifend zu antworten.
00:03:52: aber die Fragen sind so toll und auch so tief, dass ich oder sie berühren mehr in der Tiefe die Geschichte wie meine Selbstständigkeit bewältigt habe bis hierher.
00:04:06: Dass ich da eben doch auch mir die Zeit nehme und ein bisschen in die Tiefe gehen werde und nicht an der Oberfläche allgemeingültig was abhandle sondern das ist jetzt wirklich eine Folge.
00:04:22: Also das ist eine sehr, sehr persönliche Folge wird.
00:04:24: Das wahrscheinlich!
00:04:26: Genau und was mir aufgefallen ist bei Euren Fragen... Ich habe die ein bisschen sortiert wie gesagt und wenn man sie in so ne Reihenfolge bringt dann erzählen Sie eben wirklich ziemlich genau meine Geschichte dieser letzten fünfunddreißig Jahre.
00:04:42: Also von wie hat das alles angefangen, wollten ganz viele wissen über was ist zwischendurch ziemlich gründlich auch schief gegangen?
00:04:51: Das haben auch ein paar gefragt.
00:04:54: und dann noch was hat sich dadurch verändert?
00:04:56: solche Fragen kamen bis hin zu wer bin ich denn heute also als Martina als Unternehmerin, als Frau mit sechzig Jahren Lebenserfahrung mittlerweile?
00:05:09: Und was soll jetzt eigentlich noch kommen?
00:05:12: Also so in die Richtung.
00:05:13: Das finde ich eigentlich total schön, das ist ein bisschen der rote Faden.
00:05:16: Es war sogar nicht geplant aber durch eure Fragen macht es total Sinn und da steige ich jetzt auch gleich mal ein.
00:05:25: Beziehungsweise ganz kurz noch, es gibt ja noch einen Jubiläum dass ich im Oktober gefeiert habe oder ja gefeuert hab am siebzehnten Oktober nämlich auch dieser Podcast hat Geburtstag.
00:05:37: Siebzehnten Oktober, ist die allererste Folge von zeigte ich rausgegangen.
00:05:44: Das sind inzwischen auch schon neun Jahre Wahnsinn und das gehört natürlich irgendwie auch dazu zu den thirty-fünf Jahren in der Selbstständigkeit.
00:05:53: dieser Podcasts ist ja mittlerweile ein wichtiges eine wichtige Plattform für mich.
00:05:59: aber heute geht es eben vor allem allgemeiner um das Thema der letzten fünfunddreißig Jahre in der Selbstständigkeit.
00:06:06: Also let's go!
00:06:09: Eine Frage kam eben ganz, ganz häufig sogar in ähnlicher Form.
00:06:14: Wie bist du denn überhaupt in die Selbstständlichkeit gestartet?
00:06:18: Was hast du am Anfang gemacht?
00:06:21: mit was hast du angefangen?
00:06:23: und dann noch wie lange hat es gedauert bis du überhaupt davon leben konntest?
00:06:29: Okay, also wie bin ich da reingestartet?
00:06:32: Und ja die Antwort ist vielleicht so ein bisschen überraschend.
00:06:36: Ich hatte überhaupt nicht vor, Designerin zu werden!
00:06:41: Ich habe Germanistik studiert, Theaterwissenschaft und auch Markt- und Werbepsychologie und ich wollte danach unbedingt in einem Verlag arbeiten.
00:06:51: Und genau da habe ich dann auch angefangen nach meinem Studium bzw.
00:06:55: nicht danach, sondern sogar noch während meines Studiums erst mal als Praktikantin in einem kleinen Münchner Theaterverlag.
00:07:03: und der Verlegerer war extrem weitsichtig und innovativ.
00:07:09: Der hatte eigentlich diese allerersten Apple Macintosh also diese kleinen Mini Kisten sage ich jetzt mal, vielleicht hast du da ein Bild im Kopf sogar.
00:07:24: Die stehen heute hinter Glas in Designmuseen für Industriedesign weil die schon damals so von der von vom Design her einfach ganz besonders waren und vor allem so klein und kompakt.
00:07:36: Und ja ich muss vielleicht noch dazu sagen Ich war bis dahin wirklich diejenige die immer gesagt hat also mit Computern Da will ich nie nie nie irgendwas zu tun haben.
00:07:49: Ja, also muss man natürlich heute sehr drüber lachen, ja?
00:07:54: Also das war... Ninzehn, achtzig, sechs und achtzig muss ich natürlich dazusagen weil kann man sich auch heute, also man kann sich das ja überhaupt nicht vorstellen aber es kam eben anders durch diesen weitsichtigen Verleger Und dieser kleine Mac war für mich wirklich der totale Game Changer.
00:08:14: Plötzlich konnte ich nämlich zwei Sachen zusammenbringen, die mich eigentlich immer schon sehr fasziniert haben.
00:08:19: Nämlich Sprache und Gestaltung.
00:08:22: Also Gestaltung war ja eigentlich meine andere Leidenschaft Kunst.
00:08:27: Es ist an meinem Gymnasium aber damals kein Kunstleistungskurs also ganz knapp keinen Kunstleistungskurs zustande gekommen.
00:08:34: Dann habe ich eben andere Leistungskurse genommen Und hab dann im Anschluss neue deutsche Literaturwissenschaften studiert.
00:08:44: Ja, ich habe dann auch noch ein Buch geschrieben damals überfreie Theater.
00:08:50: Aber ich hab eben auch damals im Verlag begonnen zu gestalten also zu layouten Typografie auszuprobieren um Flyer zu machen Plakate solche Sachen und ich habe gemerkt hey Also das ist es eigentlich dass also dieses Gefühl so einen Gedanken nicht nur eben sprachlich auszudrücken sondern ihm auch gleich eine visuelle Form zu geben hat mich echt total gepackt.
00:09:18: Und ja, mit der Geburt meines ersten Sohnes, ... ... habe ich mich dann selbstständig gemacht?
00:09:27: Nicht mit einem großen Businessplan und nicht mit einer Positionierungsstrategie schon gar nicht mit eine ausgeklühten oder strategisch irgendwie ausgerichteten... und definitiv nicht mit ein Personal Brand!
00:09:40: Also wenn ich ehrlich bin Das bin ich jetzt hier in diesem Podcast natürlich.
00:09:44: Ich habe ehrlich überhaupt nicht gewusst, was das überhaupt ist.
00:09:48: Also diese Begriffe kannte ich einfach nicht!
00:09:50: Es hat sich einfach...ich weiß es klingt irgendwie komisch aber das hat sich so ergeben.
00:09:57: Ich hab dann fest frei teilweise also vor allem frei für Agenturen und Verlage gearbeitet und habe mir Grafikdesign oder dieses Desktop Publishing habe ich mir im Grunde selber beigebracht.
00:10:11: Also, ich hab das nie klassisch gelernt was jetzt rückblickend auch oder in der heutigen Zeit natürlich auch wieder extrem ungewöhnlich ist.
00:10:19: aber es gab ja auch noch kein YouTube also keinen Skillshare überhaupt also keinen... Ich Google das jetzt mal schnell sondern du musstest dir so vorstellen also wenn ich so eine Idee im Kopf gehabt hat wie etwas aussehen soll und Wenn ich aber das nicht hingekriegt habe oder nicht gewusst hab, wie ich das jetzt technisch auf dem Rechner umgesetzt krieg.
00:10:42: Dann bin ich halt da gesessen.
00:10:44: Viele viele Stunden mit dem Adobe Page Maker später dann mit dem allerersten Quark Express.
00:10:51: Das sind ja auch alles echte Oldies und Ich habe halt so lange rumprobiert bis es irgendwann so aus geschaut hat wie ich's vor meinem inneren Auge schon lang gesehen habe.
00:11:02: Kannst du dir vorstellen, da sind sehr viele Nächte drauf gegangen.
00:11:06: Also wirklich sehr viele!
00:11:08: Aber es hat mich halt wirklich gepackt und ich wollte... Ich konnte nicht aufhören bis ich's rausgefunden hatte wie das einfach geht und ich bin natürlich dann auch immer besser geworden.
00:11:21: Und nach meiner Trennung von meinem ersten Mann war ich alleine erziehende Mutter und hatte dann auch weiter feste, freie Jobs in einer Agentur und in einem Verlag in München.
00:11:35: Und es war natürlich ganz schön happig.
00:11:39: teilweise also dieses ganze Thema Vereinbarkeit Familie und Beruf.
00:11:44: da kam eben auch ein paar Fragen von euch zum Beispiel Miriam.
00:11:49: Miriam hat ganz konkret gefragt Wie hast du denn Familie und Selbstständigkeit unter einen Hut bekommen?
00:11:56: Ich scheitere regelmäßig daran.
00:11:59: Ja, also verstehe ich sehr gut auch Hut ab vor allem die das eben managen in ihrem Leben.
00:12:07: meine ehrliche antwort ist auch nicht besonders gut.
00:12:10: habe ich das unter einen hut gebracht?
00:12:13: Also ja auch zum beispiel thema freiheit ist ja einer meiner höchsten werte Und natürlich habe ich auch von der Selbstständigkeit mir einfach mehr Freiheit versprochen als im Agenturalltag.
00:12:27: Der Agentur-Alltag ist wirklich für Eltern, gerade wenn sie alleine ziehen sind.
00:12:32: Einfach das ist eigentlich nicht möglich.
00:12:34: die fangen oder zumindest damals ich weiß nicht ob es heute noch so ist.
00:12:38: Die fangen einfach spät an und arbeiten dann aber auch wirklich bis in die Nacht.
00:12:42: Das ist einfach mit einem Kind... Es geht halt einfach nicht mehr!
00:12:46: Und ja Ich war dann schon in gewisser Weise freier, aber diese Freiheit die bestand halt vor allem darin dass ich unfassbar viel nachts gearbeitet habe.
00:12:59: Dass ich jedes zweite Wochenende durchgearbeitet hab immer wenn mein Sohn bei seinem Vater war also komplett durch von dem Moment wo er ihn geholt hat bis wenn ich ihn dann wieder geholt habe und das war schon krass!
00:13:13: Aber es hat für mich damals auch bedeutet Wenn mein Sohn so unter der Woche von der Tagesmutter kam, dann konnte ich auch erst mal für ihn da sein.
00:13:24: Dann war ich für ihm da und wenn er geschlafen hat, dann habe ich mich halt wieder in den Rechner gesetzt Und das wäre halt in der Agentur einfach nicht möglich gewesen.
00:13:31: und es war eigentlich der Hauptgrund für meine Selbstständigkeit.
00:13:35: Dass ich dabei regelmäßig und immer wieder weit über meine eigenen Grenzen gegangen bin ist halt die andere Seite von der Medaille.
00:13:46: Später kam mit der neuen Partnerschaft und der Geburt von meinem zweiten Sohn.
00:13:53: Da habe ich dann irgendwann diese freiberuflichen Tätigkeiten für Verlag- und Agentur beendet, und eben die Lischesdesign gegründet – das war in dem Jahr Also selbstständig seit nineteenhundneinzig und delicious Design unter diesem Namen eben auch Seit zwei tausend eins.
00:14:11: es hat eigentlich also auch jubiläum des fünfundzwanzigjährige jetzt in diesem Jahr gehabt.
00:14:17: Und Auch delicious design ist eigentlich nicht entstanden weil ich morgens irgendwann mal aufgewacht bin und gedacht habe okay Jetzt gründe ich mal eine branding agentur.
00:14:27: Wie gesagt den Begriff Branding hab ich ja damals auch überhaupt noch nicht wirklich gekannt Es ist ganz anders gewesen.
00:14:34: Also ich habe schon während meiner festen, freien Agenturzeit so einen kleinen Stamm an eigenen Kunden gehabt für die ich ein bisschen was nebenher gestaltet hatte und das hat sich dann natürlich auch so ein bisschen rumgesprochen.
00:14:49: Ganz klassisch über alte Kontakte und über Bekannte usw.
00:14:53: Und wie ich dann auch ganz offiziell mit delicious Design aufgetreten bin... da sind die halt auch weiter Gott sei Dank zu mir gekommen und die haben mich eben auch weiter empfohlen.
00:15:04: Und damals ging es dann eigentlich schon los, dass ich immer mehr so kleinere Aufträge bekam, immer mehr Leute kamen, die auch explizit eben Logos wollten und Geschäftsausstattungen und sowas – und vielleicht eben auch mal ein Flyer oder eine Projüre!
00:15:21: Das hat mir wirklich richtig viel Spaß gemacht.
00:15:26: Das hat mich eigentlich von Anfang an total erfüllt und ich habe immer gewusst, also wenn ich ein echt tolles Logo kreieren möchte.
00:15:37: Dann muss ich ganz genau wissen wer ist denn dieser Mensch dahinter?
00:15:42: Was macht den besonders?
00:15:44: Worum geht's ihm... in erster Linie.
00:15:47: Worum geht es in dem Unternehmen?
00:15:49: Was will der wirklich sagen, was will der ausdrücken, wie will er wirken, ja?
00:15:54: Wie will er wahrgenommen werden und warum?
00:15:57: Warum macht er das überhaupt, was er da macht und für wen macht er denn erreichen?
00:16:02: also ganz klar dass sind die klassischen und heute ganz ganz normalen Positionierungsfragen.
00:16:09: aber Damals für mich gab es halt noch überhaupt keine Leitlinien oder sowas.
00:16:16: Für so ein Prozess, mir war gar nicht so richtig bewusst, dass ich da eigentlich doch einen Prozess führe.
00:16:22: Also zumindest ich... Mir war das nicht bewusst!
00:16:24: Ich habe das nicht gekannt, dass Simon Sennig hat sein tolles Buch Start With Why ja auch erst im Jahr two-thausend neun geschrieben.
00:16:32: Aber mich hat das einfach so richtig gepackt und mir war klar Total intuitiv.
00:16:40: Ich kann nicht einfach so an der Oberfläche anfangen und irgendwas Hübsches machen, ich muss da hinter gehen, dahinter kommen.
00:16:48: Und dann habe ich immer ganz tiefe Gespräche mit diesen Menschen geführt und mir das alles so erschlossen.
00:16:54: Auch das hat sich rumgesprochen und auch da war mir nicht klar dass es nicht üblich ist also dass es damals in der Art und Weise gar nicht üBlig war.
00:17:07: Ja, und nebenbei habe ich aber natürlich auch angefangen alles zu lesen.
00:17:11: Was sich über Marken, über Markensychologie und über Positionierung und über Farben ja und so weiter... Alles was ich in die Finger gekriegt hab, habe ich gelesen, habe mir besorgt Und so hat sich dann für mich eigentlich ganz logisch neben der Gestaltung auch noch diese zweite große Leidenschaft weiterentwickelt Die Frage Was ist denn Identity?
00:17:39: Vor allem die persönliche Identität.
00:17:41: Und wie bekommt sie eine sichtbare Form, also wie übersetzt sich den Kern in eine visuelle Sprache?
00:17:50: und seitdem ist das der Kern meiner Arbeit.
00:17:54: Also das hat sich seit dem eigentlich kaum verändert.
00:17:57: Das ist der Kern!
00:18:00: Jetzt habe ich noch eine andere Frage von... von Moni schon so ein bisschen vor weggenommen.
00:18:07: Moni hat gefragt, wie bist du denn an deine ersten Kunden gekommen?
00:18:11: Also, wie gesagt also meine Branding-Kunden die kamen damals fast ausschließlich über Empfehlungen.
00:18:18: Es gab ja immer noch kein Internet ne?
00:18:20: Beziehungsweise seit nineteenhunderteinundneunzig gab es das Jahr aber das war ja noch total weit entfernt von so einem privaten Gebrauch sage ich jetzt mal Empfehlungen, was natürlich toll war.
00:18:35: Dass die mit mir gearbeitet hatten für die ich schon gestaltet hatte... dass sie mich eigentlich, muss ich wirklich sagen ausnahmslos immer weiter empfohlen haben.
00:18:46: Nur da muss ich auch ehrlich sein das hat einfach am Anfang noch nicht gereicht.
00:18:52: Also die paar Empfehlungen allein, die haben am Anfang einfach nicht meine Miete bezahlt und auch nicht die Tagesmutter.
00:18:58: Und auch nicht alles was man sonst so fürs Leben mit einem kleinen Kind braucht.
00:19:06: Also war dieses Branding-Thema zwar eine absolute Leidenschaft also diese Leute durch diesen Prozess führen usw.
00:19:15: und dann etwas gestalten Aber ich habe daneben halt noch alles Mögliche andere gemacht.
00:19:20: Ich hab auch für Firmen gearbeitet, für lokale Unternehmen hier... ...ich hab einmal für eine Firma Telefonakquise zum Beispiel gemacht also... Also da bin ich nicht sehr wirklich gut dafür geeignet das weiß ich seitdem auch!
00:19:36: Also ich hab einfach alles gemacht ja?
00:19:39: Also ich habe Flyer gemacht, Projeuren, ich habe auch Zeitschriftenseits gemacht.
00:19:42: Also auch reines Desktop Publishing.
00:19:47: Ich habe auch mal einfach eine Anzeige gestaltet, also solche Sachen.
00:19:51: Und grad Stichwort Desktop Publishing... ich hab zum Beispiel für in Media in München gearbeitet.
00:19:58: Da kam ich auch über Empfehlungen rein als über Beziehungen.
00:20:02: Dann musste ich dann Probe arbeiten und hab da unter anderem das WOM-Journal gemacht!
00:20:08: Ich weiß nicht ob sich die älteren unter euch vielleicht noch... dran erinnern.
00:20:13: Also das war so eine kostenlose, richtig coole Musikzeitschrift.
00:20:18: und ja ich habe einfach immer geschaut dass sich in dem Bereich den ich eigentlich machen wollte also Branding Logos Markenwelten erschaffen alles drum herum Dass ich da halt immer mehr meinen Fuß in die Tür kriege.
00:20:32: Aber es ist nicht gelaufen ohne dass ich komplett andere Sachen auch gemacht hab Und Das meiste in diesem Bereich kam dann über Empfehlungen Aber auch hier wieder ehrlich für ein Butter, Brot und ein Ei.
00:20:46: Also teilweise habe ich Sachen auch kostenlos gemacht nur um überhaupt einen Auftrag zu bekommen.
00:20:52: also wenn ich da jetzt so dran denke ich hab eigentlich wirklich häufiger was kostenlose gemacht um überhaupt so einen Fuß in die Tür zu kriegen würde ich heute ganz sicher nicht mehr so machen.
00:21:02: Damals habe ich halt gedacht, so funktioniert es halt!
00:21:05: Ich muss ja erst irgendwie bekannt dafür werden und ich brauche einfach mehr Referenzprojekte.
00:21:12: Und weil es halt die Möglichkeit nicht gegeben hat... ...ich konnte ja nicht zeigen auf einer Website oder sowas ich gemacht hab oder was ich konnte.
00:21:21: Ich konnte ja nichts so richtig von mir präsentieren.
00:21:24: Ich hätte Anzeigen schalten können in Printmedien, aber das war also die Preise dafür... Also es kam einfach nicht infrage und dass man sich präsendieren konnte, sich zeigen konnte, das ging dann wirklich erst langsam los.
00:21:38: später.
00:21:40: Und damals bin ich halt immer noch mit meiner Mappe in so ein Erstgespräch gegangen.
00:21:46: Aber irgendwann ist es dann auch besser geworden mit der Auftragslage.
00:21:50: Also ich habe ja wirklich viel gemacht und wie schon gesagt in allen möglichen Bereichen, haben mich überall auch angeboten halt.
00:21:59: Und irgendwann hatte ich dann einen stabileren Kundenstarm und bekam dann zu meiner großen Freude immer mehr richtige Brandingaufträge ein Pitch mitgewonnen für ein größeres Unternehmen gegen mehrere etablierte Münchner Agenturen an einem Rebranding mitzuarbeiten.
00:22:21: Und das war wirklich krass, weil ich ja so eine kleine One-Woman Show war.
00:22:24: aber auch das habe ich mir dann irgendwie einfach so frech zugetraut und hab da halt mitgemacht.
00:22:31: Das war schon einen Moment, an dem ich gedacht habe okay läuft der irgendwie... Ich scheine doch was zu können.
00:22:42: Ja, ich hatte schon teilweise auch immer so ein bisschen Imposter.
00:22:46: Weil ich das halt nicht studiert habe und weil ich es halt nicht gelernt hab!
00:22:50: Ich bin ja einfach... wenn ich auch so zurückschau, ich bin wirklich eine echte Autodidakting im Designbereich aber eigentlich auch in allem was sich so gemacht hat.
00:23:02: Und ja, dass ist auch das was ich genau so wieder machen würde, weil Karina hat gefragt, was würdest du heute wieder so und was würdest du definitiv anders machen?
00:23:18: Also anders machen würde ich definitiv trotzdem eine ganze Menge.
00:23:21: Aber ich finde auch eben diesen ersten Teil der Frage sehr gut, sehr spannend!
00:23:26: Was würde ich denn genauso wiedermachen?
00:23:29: Ich würde auf jeden Fall genauso meinem Interesse folgen.
00:23:34: Also ich würde wieder, wenn ich merke das bestimmte Dinge mich so packen wie dieser Anfang des Desktop Publishings also dieser kleine Apple Macintosh in dem Theater Verlag wo ich gemerkt habe was damit eigentlich möglich ist und Ich würde immer wieder wenn ich da sowas spüre dass mich sowas so an Feier bringt und dass ich da so eine Leidenschaft dafür habe, dann würde ich auch wieder alles tun um da möglichst viel drüber zu lernen.
00:24:02: Auch wenn ich eben keinen offiziellen Abschluss dafür hab oder kein Zertifikat dafür an der Wand hängen habe.
00:24:10: also Ich würde mich wieder trauen was zum machen bevor ich mich zu Hundert Prozent dazu bereit fühle weil das zieht sich eben schon ein bisschen wie so einen roter Faden durch meine ganze Selbstständigkeit durch.
00:24:23: Ich habe immer schon angefangen, bevor ich eigentlich perfekt dafür vorbereitet war.
00:24:30: Also wenn ich so drüber nachdenke, ich hab mich selber immer wieder ins kalte Wasser geschmissen und ich hab mir trotz wirklich krassen Muffeln sausen... also es war jetzt nicht so das ich da juhu und das macht Spaß, sondern das war schon auch mental emotional.
00:24:48: Das waren riesige Herausforderungen aber ich hat mir die Dinge dann auch zugetraut.
00:24:53: Also ich hatte so immer den Gedanken okay und da habe ich zwar jetzt noch keine Erfahrung damit, Nullerfahrung.
00:25:00: Aber das kann ich lernen!
00:25:04: Und ich würde auch immer wieder meiner starken Sehnsucht folgen also bei mir diese innere dieses Bedürfnis, diese Sehmsucht nach Ausdruck, nach Gestaltung danach was wirklich Schönes und was Gutes zu gestalten visuell zu gestalten und dadurch eben für andere erkennbar oder sichtbar zu machen.
00:25:28: Das ist wirklich so eine tiefe Sehnsucht in mir, das ist etwas was mich wirklich glücklich macht.
00:25:38: Was ich heute allerdings sehr viel früher tun würde definitiv also.
00:25:44: Ich werde von Anfang an eine starke Personal Brand aufbauen – hundert Prozent!
00:25:51: Ich habe damals nicht gewusst, welche Power da drin liegt.
00:25:54: Also was das für ein Gamechanger ist?
00:25:56: Was das für einen Unterschied macht?
00:25:58: Heute weiß ich dass eine gut entwickelte Marke halt nicht nur dafür sorgt, dass irgendetwas schöner aussieht oder man professioneller wahrgenommen wird.
00:26:06: Das natürlich auch und es ist natürlich auch schon mal ganz schön wichtig aber vor allem... Es mir war nicht klar!
00:26:13: Ich hab nicht gewusst, dass es einem selber so viel Kraft gibt und so viel Klarheit, so viel Sicherheit Weil das hilft ja so sehr bei allen Entscheidungen.
00:26:23: Das bringt die richtigen Menschen zu dir und vor allem macht es dich einfach sehr viel unabhängiger davon, ständig hinter Aufträgen herlaufen zu müssen oder komische Preisdiskussionen führen zu müssen.
00:26:34: Oder überhaupt die falschen Leute halt anzuziehen.
00:26:39: Damit habe ich persönlich definitiv viel zu spät angefangen!
00:26:44: Das kam dann eigentlich erst so... Wann war das denn?
00:26:47: Ich glaube Muss man schnell spicken.
00:26:50: Zwei Tausend Elf!
00:26:51: Zwei tausend elf habe ich angefangen zu bloggen und ich würde sagen, da hat das vielleicht so ein bisschen gestartet.
00:26:59: Da hat zwar dann auch schon die Anfänge von Social Media gegeben aber das ist erst mal irgendwie total an mir vorbeigegangen, da habe ich überhaupt keine Affinität dazu gehabt.
00:27:08: Ich hab also wirklich klassisch mit einem Blog angefangen Und ich bin nach wie vor der Meinung dass das... Mit das Wichtigste ist, was man machen kann.
00:27:20: Mein Blog hat geheißen delicious daily und da war ich auch recht fleißig.
00:27:25: also erst war es so ein bisschen meine private Spielwiese.
00:27:28: Ich habe mich da ausprobiert und erst mit der Zeit habe ich dann auch angefangen immer mehr über auch meine Arbeit zu schreiben und zu bloggen.
00:27:37: Und ganz witzig wir haben erst vor gar nicht allzu lange Zeit Ein, zwei Jahre ist das jetzt her.
00:27:44: Haben wir diesen ganzen uralten Artikel auf No-Index gestellt weil die seotechnisch mir dann natürlich einiges kaputt gemacht haben.
00:27:56: Ich habe da mal einen Blockartikel geschrieben über Weihnachtsmarmelade und hab dann also schöne Bilder wie ich die gekocht habe Und wie es ausgeschaut hat und auch als Free Printables die Etiketten dafür zum Download bereitgestellt und es war eben ganz, ganz lange Zeit.
00:28:16: Wirklich mein allererfolgreichster Artikel.
00:28:19: ab November sind da die Zugriffzahlen in die Höhe geschossen wie ich's mir für meine anderen Themen wirklich mal die Hälfte davon gewünscht hätte.
00:28:29: Und also wie gesagt das hat einfach seotechnisch dann muss man schon ein bisschen aufpassen.
00:28:33: Das hat dann ein bisschen was kaputt gemacht und wir haben die Aussiedel noch da aber wir haben sie auch no index gestellt.
00:28:40: genau Also so hat es mit der Sichtbarkeit angefangen und ich würde heute definitiv damit starten meine Personal Brand aufzubauen vor allem anderen.
00:28:51: Und ja, ich habe es halt damals so gemacht wie es für mich damals so gut wie möglich war!
00:28:56: Ja?
00:28:58: Okay jetzt muss ich kurz auf meinen Zettel schauen.
00:29:00: das waren die Anfänge und jetzt kommen wir zu dem zweiten Block.
00:29:03: Ich hab' das hier ein bisschen gegliedert.
00:29:04: Das erste war in den Anfängen und den zweiten Block habe ich genannt Brüche.
00:29:09: In so einer Biografie gibt es ja schon auch immer mal solche Brüche und die darf man bei einem Jubiläum, finde ich auch nicht unter den Tisch fallen lassen.
00:29:19: Also und eure Fragen dazu lassen sich ganz gut unter Kaisfrage zusammenfügen?
00:29:29: Ist denn auch mal was schief gelaufen!
00:29:32: Und Volker hat mich in einer Mail etwas zum Thema Burnout gefragt weil auf meiner übermichseite habe Satz oder in einem Nebensatz erwähnt.
00:29:42: Und Volker hat mir geschrieben, magst du erzählen was der Burnout mit dir genau gemacht hat?
00:29:48: Ja total gerne!
00:29:51: Weil das halte ich für sehr wichtig und ich weiß dass leider sehr viele Selbstständige irgendwann an den Punkt kommen, an dem es einfach nicht mehr weiter geht.
00:30:02: Ich finde es darf kein Tabu sein sondern gerade bei sowas wünsche ich mir, dass wir alle voneinander lernen können.
00:30:09: Also um jetzt nochmal Zeitlichen Bogen, da die Brücke zu schlagen und den weiterzuführen.
00:30:15: Irgendwann lief delicious Design gut?
00:30:18: Richtig gut!
00:30:19: Ich habe auch noch Seminare dann immer gehalten... ...und Workshops zur Positionierung, zur Branding, zur Sichtbarkeit zum Beispiel bei der IHK aber auch bei anderen Trägern und Veranstaltern.
00:30:32: Auch bei Kongressen war ich als Speakerin und bei anderen Events.
00:30:35: also das lief dann wirklich immer besser.
00:30:40: Ja, und dann wollte ich wachsen.
00:30:42: Also was ja auch total in Ordnung ist... Dann habe ich Büroräume gemietet.
00:30:47: Dann hatte ich eine erste Praktikantin später sogar ne Teilzeitmitarbeiterin fest angestellt und einen freien Programmierer.
00:30:57: Und das war halt so der Moment wo ich gedacht hab super jetzt hol' ich mir Unterstützung und dann muss ich nicht mehr so viel arbeiten weil dann habe Leute, denen ich was delegieren kann.
00:31:06: Die mich da wirklich unterstützen können und wir zusammen bringen das richtig gut nach vorne.
00:31:14: Und die Wahrheit ist halt es hat gar nicht so funktioniert wie ich mir das vorgestellt habe.
00:31:20: im Gegenteil.
00:31:21: also ja ich musste plötzlich eben nicht mehr nur mein eigenes Einkommen sichern sondern jetzt hatte ich Büroräume, ich musste Miete bezahlen Ich hatte Nebenkosten und Gehälter Versicherungen, die ich vorher nicht gebraucht habe etc.
00:31:41: Und wenn ich mir damals meinen eigenen Stundenlohn ausgerechnet hätte – einmal hab' ich das auch gemacht!
00:31:47: Also meine studentische Praktikantin hätte für denen sicher nicht mal den kleinen Finger krummgemacht.
00:31:56: Auch das jetzt hier ganz ehrlich... Und es wurde aber immer noch krasser, ich habe immer noch mehr gearbeitet.
00:32:04: Mein Mann hat immer wieder gesagt hey das geht nicht gut!
00:32:12: Das kann nicht gut sein du musst hier was ändern.
00:32:17: Meine Freunde haben mir gesagt pass auf dich auf Das ist nicht gut, dass du so viel arbeitest.
00:32:25: Die haben auch immer gesagt Tina wir machen uns Sorgen Du musst echt auf dich aufpassen.
00:32:29: und Ich hatte jedes mal echt laut los schreien können.
00:32:33: wirklich weil ich wollte Nicht hören.
00:32:40: das hat mir ja noch mehr Druck gemacht Weil ich wollte dann immer mehr noch beweisen dass ihr alles okay mit mir ist Und es hat mich natürlich zusätzlich noch mal so viel Kraft gekostet, immer so dieses Aufrecht zu erhalten.
00:32:55: Dass alles gut ist!
00:32:57: Ja?
00:32:58: Also dass sie sich hier keine Sorgen machen müssen und das es schon wieder besser wird und so... Und ich habe natürlich dann meine Freunde auch nur noch ganz wenig gesehen.
00:33:05: Ich hab ja eh keine Zeit gehabt aber vor allem eben auch weil ich einfach keine Lust mehr hatte und auch keine Kraft mehr hatte mich ständig zurechtfertigen.
00:33:15: Weil das Gefühl hatte ich, ich muss mich rechtfertigen Und jetzt weiß ich natürlich selber, dass sich damals in so einer klassischen Wenn-Dann-Falle gelebt hat.
00:33:25: Ziemlich lang sogar!
00:33:27: Wenn dieses Projekt fertig ist... wenn diese Website fertig ist für den Kund nix übslen dann wird es besser.
00:33:33: Wenn dieser Auftrag abgeschlossen ist Dann sehe ich Land Ja?
00:33:37: Da nehme ich mir mal wieder ein freies Wochenende Wenn dieses Seminar vorbei ist Dann nehme ich mehr Zeit Dann atme ich mal so richtig durch.
00:33:46: Vielleicht kennst du das ja auch Nur Also dieses dann.
00:33:51: bei mir ist es nie gekommen, nie.
00:33:55: Stattdessen habe ich die Zähne zusammengebissen immer mehr, immer weiter, immer fester und Freude... Ja keine Ahnung.
00:34:04: also die hatte ich auf jeden Fall irgendwann irgendwo unterwegs komplett verloren.
00:34:11: Mir hat da nichts mehr Freude gemacht.
00:34:14: Das war alles schwer und ist immer schwerer und zäher geworden immer permanent ein schlechtes Gewissen gehabt, meinen Kindern gegenüber.
00:34:27: Es hat immer noch mehr Kraft gekostet.
00:34:31: ich hatte auf beiden Seiten immer das schlechte Gewissen.
00:34:33: meinen Kindern ging über weil ich nicht bei ihnen war und mein Kunden ging über wenn ich mal zu Hause war.
00:34:38: also dazu dann immer noch dieses dieses ja dieses Aufrecht erhalten von so einer Kraft von so einer Positivität, von meiner gewohnten Power und Leidenschaft und Begeisterung vor allem natürlich Kunden gegenüber.
00:34:52: Die sollten ja nicht unterleiden.
00:34:53: also das... Das war extrem anstrengend und es war wirklich hart!
00:35:03: Und ich hatte schon damals häufig Migräne, das habe ich seit meiner Jugend und ich hab ohnehin nie besonders gut geschlafen ist nicht so mein Ding.
00:35:14: Also ich habe nicht so einen tiefen Schlaf, also immer schon aber in der Phase damals da war Schlaf... Also ich sage es jetzt mal er war eigentlich nicht mehr vorhanden ja?
00:35:27: Also ich war vollkommen erschöpft und ich bin schon nachts wenn ich ins Bett gegangen bin vor lauter Erschöpfung immer ganz schnell eingeschlafen.
00:35:36: Ich bin richtig komplett so richtig wegge... Ich bin komplett eingeschlafen, ganz schnell.
00:35:43: Aber nach einer halben Stunde bin ich auch immer schon wieder aufgewacht ohne dass sich dann nochmal in einen Schlaf oder irgendwie ein Erholsamen- oder länger zusammenhängend der Schlafphasen gefunden habe.
00:35:56: Das waren dann wenn überhaupt nur so zwanzig Minuten Phasen und Ist es dann auch noch eine ganze Zeit lang gegangen?
00:36:05: Also jetzt im Nachhinein wundere ich mich, wie lange das noch so gegangen ist.
00:36:08: Meine Beziehung... also muss ich auch zugeben war kurz vorm Ende.
00:36:12: Ja und dann kam dieser Tag Dieser eine Tag.
00:36:15: Ich bin an meinem Rechner gesessen Das war noch in der Früh.
00:36:20: Ich wollte starten mit der Gestaltung von einer Image-Projure für einen Kunden den ich sehr mochte Mit dem ich schon seit Jahren zusammengearbeitet habe Und den ich natürlich auf gar keinen Fall enttäuschen wollte.
00:36:32: Und ich habe schon in der Früh gemerkt, irgendwas ist heute ganz komisch.
00:36:36: Ich konnte fast nicht aufstehen also das ist mir eh schon sehr schwer gefallen in den Wochen auch davor überhaupt aus dem Bett rauszukommen aber an dem Tag es war wirklich fast unmöglich.
00:36:47: Es war körperlich fast unmöglich und dann saß ich da... ...und dann konnte ich plötzlich meinen Arm nicht mehr heben!
00:36:56: Also ich wollte mein Arm bewegen, ich weiß noch, ich wollte so zum Maus greifen und es ging nicht.
00:37:01: Ich konnte nicht, also der Arm hat sich nicht bewegt.
00:37:06: Dann wollte ich aufstehen?
00:37:08: Das ging nicht!
00:37:09: Ich konnte nie aufstehn.
00:37:12: Mein Herz... Also er hat geraßt.
00:37:14: Ich weiß noch, dass es alles total eng geworden ist.
00:37:17: Ich habe keine Luft mehr gekriegt.
00:37:19: Es war wirklich furchtbar.
00:37:22: und ja das war meine erste Panikattacke Und irgendwann gingen sie vorbei.
00:37:33: Aber danach war alles anders.
00:37:36: Oder zumindest es war... Ja, das war eigentlich alles anders!
00:37:40: Ich konnte einfach nicht mehr die Zähne so zusammenbeißen.
00:37:44: Es ging nicht mehr.
00:37:47: und puh ich merke jetzt auch was da gerade an Erinnerungen in mir hochkommt und was das mit mir macht.
00:37:56: Das ist wirklich krass.
00:37:58: Ich spüre das jetzt richtig in meinem Körper.
00:38:04: Ja, also ich konnte mich nicht mehr zusammenreißen.
00:38:07: Mein Körper hat mir diese Möglichkeit genommen, mich weiter zusammenzureißen und... Okay es wurde dann ein Burnout diagnostiziert und ich war ungefähr einen Jahr lang komplett raus!
00:38:21: Als Selbstständiger ist das natürlich der Super-Gau Und ich muss auch ganz ehrlich sagen meine erste Reaktion war auch nicht Wunderbar.
00:38:31: jetzt kann ich mich endlich mal um mich kümmern.
00:38:35: Ich habe da jetzt so ein Zettel, wo das draufsteht und darf jetzt endlich mal loslassen.
00:38:41: Hab quasi von außen die Erlaubnis dafür vom Arzt die Erlaubnis dafür... Nee!
00:38:48: Also ich wollte eigentlich möglichst schnell repariert werden also in Anführungsstrichen.
00:38:55: Mein Anspruch an den Arzt und später dann an die Psychiaterin man muss ja mit einer Diagnose oder ich weiß nicht immer aber ich musste dann im Psychiatrischen Zentrum hier in München vorstellig werden.
00:39:09: Ja und da war mein Anspruch immer noch fixit, mach mich wieder funktionstüchtig!
00:39:16: Ich wollte wieder funktionieren ich wollte wieder arbeiten ich wollte die alte sein und das ging aber nicht.
00:39:25: Und es war dann auch so.
00:39:26: mein letztes Aufbäumen sage ich jetzt mal mit letzter Kraft, also ich wollte ja die Pause.
00:39:32: Ich wollte sie ganz dringend aber ich wusste das geht nicht!
00:39:36: Es geht nicht.
00:39:37: wie soll das bitte gehen?
00:39:40: Und deshalb habe ich da nochmal so ein bisschen Widerstand geleistet aber halt schon total kraftlos und das war mir dann doch auch sehr schnell sehr klar weil es ging einfach nichts mehr.
00:39:53: Das war echt wie so einen Totalschaden total schön von meinem kompletten System.
00:40:01: Und ich habe damals dann eine Therapie gemacht und das war ein großes Geschenk, denn natürlich wusste ich auch selber schon lange dass ich was ändern muss ist ja klar.
00:40:12: Ich wollte er selbst nicht so leben aber ich hab halt gedacht, ja das kriege ich schon allein hin!
00:40:18: Ich habe immer alles alleine hingekriegt, schon als Kind immer.
00:40:21: Ich habe und ich konnte mich immer auf mich am allerbesten verlassen.
00:40:30: Und der Moment, wo ich vor mir selber zugeben konnte, nee... das ist jetzt tatsächlich mal was, was ich nicht alleine war, was sich ganz und gar nicht allein hinkrieg!
00:40:42: Das war der Anfang von Veränderung und auch von Heilungen – und von einer echt langen Heilungsreise.
00:40:48: weil Es wäre jetzt auch nicht ehrlich, wenn ich sagen würde okay dann hatte ich meinen Burnout da habe ich dann draus gelernt und dann war alles anders.
00:40:58: Das wäre jetzt eine schöne Heldenreise.
00:41:01: Geschichte ja aber so funktioniert Persönlichentwicklung halt auch nicht immer zumindest bei mir nicht Ja!
00:41:08: Ich hab' dann natürlich ganz viel verändert.
00:41:11: Aber ein sehr grundlegendes Paradigma ist noch ganz schön lang aktiv geblieben bei mir.
00:41:17: das hat sich immer wieder mal sehr deutlich zu Wort gemeldet und zwar der Glaubenssatz Mein Wert hängt zu Hundert Prozent von meiner Leistung ab.
00:41:29: Und deshalb haben sich bestimmte Muster auch später nochmal wiederholt, also nicht mehr bis zum kompletten Zusammenbruch aber durchaus noch ein paar Mal bis ziemlich nah dran.
00:41:42: Erst sehr viel später habe ich es geschafft da nochmal tiefer reinzugehen, ran zu gehen und mein Leben wirklich radikaler zu verändern.
00:41:53: Radikal im Besten Sinn des Wortes auch mit einer Kompromisslosigkeit.
00:42:00: Da will ich jetzt gar nicht so sehr in die Tiefe gehen.
00:42:03: Das kann ich vielleicht noch mal einen anderen Folge machen aber das hat dann geklappt.
00:42:08: auch wieder ein Anführungsstrichen als müsste man hier wieder ein Ziel erreichen Aber da hat sich eben wirklich alles verändert, aber halt erst mit einer echten Veränderung, mit einer echten Radikalität.
00:42:22: Mit einem echten Schiff auf ganz, ganz vielen Ebenen.
00:42:27: und über mein heutiges Business und darüber warum ich es eben Mie-Size-Business nenne also ein auf mich zugeschnittenes Businessmodell Darüber habe ich ja in der letzten Folge sehr ausführlich gesprochen und wie das heute bei mir ausschaut Verlinke ich auch gerne nochmal, hör dir das gerne an wenn du es noch nicht gehört hast.
00:42:49: Was mir jetzt – das möchte ich gern noch sagen – was mir beim Thema Burnout noch wirklich wichtig ist?
00:42:54: Ich sehe das heute so.
00:42:58: Burnout bedeutet für mich nicht dass jemand irgendwie zu schwach war für die Anforderungen des Lebens, sondern dass eigentlich genau das Gegenteil der Fall ist, dass du viel zu lang stark warst und viel zu lange tapfer.
00:43:13: Und Burnout ist für mich der Punkt, wo du eben nicht mehr diesen ganzen dysfunktionalen Mustern standhalten kannst die in dir wirken.
00:43:23: Das ist es was es für mich ist und ich habe doch diese Erfahrung wirklich sehr viel gelernt über solche Dysfunktionalitäten, über mich als Unternehmerin, über sich als Mensch und definitiv auch als Coach und Mentorin.
00:43:41: Und auch wenn es in meinem Fall jetzt noch ein bisschen gedauert hat, bis ich das wirklich in meinem Leben auch etabliert hatte und wirklich von innen heraus auch was verändert hat.
00:43:55: Inzwischen hat sich eben komplett geändert zu etwas sehr schönem, so etwas sehr erfüllendem, zu etwas näherndem, Das passt jetzt eigentlich hier ganz gut, weil da kam noch eine andere Frage die ich jetzt mal dazwischen nehme.
00:44:16: Die Frage ist von Viola Wie meisterst du mit chronischer Migräne deinen Alltag und dein Business?
00:44:26: Ja also Migränen begleitet mich ja tatsächlich schon seit meiner Jugend Und auch da hatte ich lang ein ziemlich ungutes Verhältnis zu mir selber.
00:44:36: Ich habe nämlich immer gedacht Ich bin da dran schuld, dass ich Migräne habe.
00:44:41: Ich mache irgendwas falsch und wenn ich nur endlich rausfinde was ich falsch mach dann kriege ich das auch in den Griff Und erst dann bin ich gut genug für alles mögliche um eine gute Coach zu sein.
00:44:55: zum Beispiel weil solange ich migräne hab kann ich ja keine gute coach sein ist jetzt vom Gedanken her ein bisschen verkürzt aber so in die Richtung Ja, alles eigentlich ausprobiert.
00:45:06: Also Ernährung, Akupunktur, Physiotherapie, Psychotherapie... Ich würde sagen auf dem naturhaltkundlichen Spektrum alles was es so gibt.
00:45:15: Klar, Homöopathie, Energiearbeit also ist jetzt hier nicht der Raum hier alles aufzuzählen.
00:45:22: aber darunter lag halt ganz lang der Gedanke mein Körper macht das weil ich irgendwas nicht richtig mache.
00:45:28: und Es gibt ja diesen wunderschön Satz Ich weiß jetzt nicht genau, wie er lautet und auch nicht von wem er ist.
00:45:36: Aber wo die Seele zum Körper sagt geh du vor auf dich hört sie Und das es zu hundert Prozent war.
00:45:43: und trotzdem sehe ich heute diese Verknüpfung ein bisschen anders.
00:45:48: Ja natürlich kommuniziert mein Körper mit mir auf dieser Ebene und natürlich schickt die Seelee ihn vor weil ich auf den hören muss Weil Er mir halt in Anführungsstrichen Schwierigkeiten macht.
00:46:00: und natürlich weiß ich auch was ich alles auch wieder Anführungsstriche falsch gemacht habe.
00:46:05: Ich hab ja gerade schon ausführlich darüber gesprochen beim Thema Burnout, aber ich weiß halt auch dass Migräne eine neurologische Erkrankung ist, das es dafür auch genetische Veranlagungen gibt.
00:46:17: Meine Mutter hatte zum Beispiel sehr stark Migränen auch und natürlich spielen Lebensstil, Schlaf Belastung Stress und ganz viel anderes auch noch ne Rolle.
00:46:29: Aber Ich muss mich nicht permanent selbst dafür dissen oder halt verantwortlich machen, dass ich neurologisch und das mein Nervensystem nun mal so funktioniert wie es funktioniert.
00:46:40: Und dass ist diesen Weg eben wählt oder dass mein Körper auf dieser Schiene eben wähl mit mir zu kommunizieren.
00:46:49: Das war ein wichtiger Shift!
00:46:52: Heute geht's mir weniger darum... die Migräne zu besiegen, also die hinter mir zu lassen.
00:46:58: Sondern es geht mir darum so gut wie überhaupt möglich mit ihr zu leben!
00:47:04: Ich lebe mit ihr und momentan sogar ziemlich gut.
00:47:07: zum einen weil's mir in allen meinen Lebensbereichen sehr gut geht aber auch weil mir eine neuere Profilaxe da sehr hilft.
00:47:20: Aber die Migrähne gehört nach wie vor zu meinem Leben.
00:47:25: Ich bin nicht die Migräne, aber ich lebe mit ihr und sie zwingt mich.
00:47:29: Und das sehe ich inzwischen als wirklich großes Geschenk zu einer Art oder zu einer Form von Business, die wirklich zu mir passen muss!
00:47:40: Also ich kann nicht davon ausgehen dass ich jeden einzelnen Tag gleich leistungsfähig bin also eigentlich wer kann es schon?
00:47:47: Aber bei mir kommt es noch mal ein bisschen stärker zu tragen.
00:47:55: Ich kann nicht davon ausgehen, dass ich immer gleich performe.
00:47:59: Ich muss auch im Notfall flexibel mit meinen Terminen umgehen können – ich muss mit meiner Kraft haushalten!
00:48:06: Und auch deshalb ist Freiheit für mich nicht einfach nur so ein hübscher Lifestylebegriff sondern ja es ist mein höchster Wert der über allen anderen drüber steht.
00:48:16: aber Freiheit ist auch die konkrete Voraussetzung dafür das mein Leben funktioniert.
00:48:22: Das ist für mich richtig gut funktioniert.
00:48:25: Ich brauche Selbstbestimmtheit, ich brauche zeitliche Freiheit, ich brauch die Möglichkeit oder auch mein eigenes Commitment dafür Strategien auch mal komplett anders umzusetzen als alle anderen mache übrigens ziemlich häufig und ehrlich gesagt hat mich genau das zu einer ziemlich guten Problemlöserin gemacht zu einer ziemlich guten Entscheiderin.
00:48:51: Ich habe gelernt, sehr schnell zu entscheiden oder auch im täglichen Doing.
00:48:57: was ist heute wirklich wichtig?
00:49:00: Was ist wesentlich und was ist nur Pillepalle außen rum?
00:49:04: Was kann weg?
00:49:05: Was brauche ich eigentlich gar nicht mehr?
00:49:06: Was dient mir da gar nicht?
00:49:10: Wie geht es auch leichter?
00:49:12: Super schöne Frage!
00:49:13: Oder wie geht's vielleicht auf einem ganz anderen Weg?
00:49:19: Und für mich war es vor allem dieses Loslassen von Kontrolle, von Planbarkeit.
00:49:23: Was mir zunächst schwer gefallen ist wirklich schwergefallen ist aber was mir extrem geholfen hat Ich weiß ja nie wie die kommende Woche wird Wie der nächste Tag wird.
00:49:35: ich habe keine Ahnung und was dann möglich für mich ist.
00:49:39: Und früher habe ich das so gehast.
00:49:41: ich hab mich dafür so runter gemacht dass ich nicht ständig auf hundert Prozent sein konnte, weil ich wollte ja.
00:49:47: Ich hatte so viele Ideen und ich wollte die umsetzen.
00:49:51: Und dann wurde ich ausgebremst!
00:49:53: Und... ...ich konnte das total schlecht akzeptieren, dass alle meine Pläne so oft einfach so über den Haufen geschmissen wurden von jetzt auf gleich.
00:50:05: Aber irgendwann war es eher ein Ansporn für mich, eine Motivation.
00:50:09: Ich habe mir gedacht okay?
00:50:11: Dann muss ich eben mir ein Business bauen, das eben komplett auf mich und diese Bedürfnisse zugeschnitten ist.
00:50:17: Und dass mit Unsicherheit umgehen kann und dass mir so viel Freiheit und Selbstbestimmtheit und Flexibilität wie nur irgendwie ermöglicht.
00:50:27: Also wie gesagt darüber spreche ich in der Folge.
00:50:28: sechzig Kannst du dir gerne nochmal anhören.
00:50:32: Ich habe ein großes Bild immer vor mir So mein Big Picture eine Vision Wie ich es haben will wie ich leben will, wo ich hinwill.
00:50:44: Was ich kreieren möchte?
00:50:45: Welche Erfahrungen ich machen möchte und gleichzeitig bin ich flexibel darin, wie ich dahin komme und teilweise auch wann ich dahinkomme.
00:50:55: Und an schlechten tagen.
00:50:57: da lautet die frage einfach nicht warum kann ich heute schon wieder nicht Warum geht es heute schon wider?
00:51:02: nicht so wie ich will sondern Die frage lautet was ist heute möglich?
00:51:08: ja und manchmal ist die antwort Es ist ziemlich viel möglich und manchmal halt sehr wenig.
00:51:15: Nix, heute geht es um was anderes!
00:51:18: Und beides bin ich... Beides ist mein Leben.
00:51:21: Ich schau einfach nicht mehr drauf, dass er mich echt total abgewöhnt Was alles nicht geht Deswegen oder auch aus anderen Gründen ist ja völlig wurscht Sondern ich fokussiere mich wirklich zu hundert Prozent drauf, was geht.
00:51:35: Was möglich ist!
00:51:36: Was da ist?
00:51:37: Was gut
00:51:38: läuft?!
00:51:38: Wofür ich dankbar bin und was
00:51:41: geht?!
00:51:44: Ich glaube sowieso – ich weiß dass wir alle unsere Rucksäcke tragen und meine schauen halt so aus.
00:51:50: Das ist gar nicht so besonders Und vor allem definiert es mich nicht.
00:51:54: Also wie gesagt ich bin nicht meine Migräne, ich bin auch nicht dieser Burnout Ich bin auch nicht diese Tendenz, mich zu überarbeiten.
00:52:04: Aber natürlich bin ich die Frau, die diese Erfahrungen macht und die damit umgeht Und die immer wieder neu entscheidet was sie damit macht!
00:52:16: Ich hoffe liebe Viola das beantwortet deine Frage.
00:52:21: So jetzt habe ich noch den dritten den letzten Block.
00:52:24: Da gibt es noch ein paar Fragen dazu und da geht's um so mehr um das Thema Die frau die daraus geworden ist also die ich irgendwie heute bin.
00:52:36: Ach, eure Fragen waren echt so toll.
00:52:38: Und das ist jetzt wieder eine, die mich echt berührt hat.
00:52:41: Danke liebe Steffi!
00:52:44: Es kommt dann noch eine ähnliche Frage aber erst mal hierzu.
00:52:46: Steffy hat nämlich geschrieben... Ich bin da total berührt davon.
00:52:51: Du gehst so entspannt mit deinem Alter um du wirkst zu Souverän und bist damit ein Vorbild für mich.
00:52:56: Warst du schon immer so?
00:52:58: Und wenn nicht wie bist du so geworden?
00:53:01: Vielen Dank liebe Steffen.
00:53:03: Also Die klare, ehrliche Antwort.
00:53:05: Nein!
00:53:06: Ich war nicht schon immer so.
00:53:10: Okay da muss ich glaube ich vielleicht doch noch mal ein kleines Stückchen ausholen weil... Da ist ein anderes Thema mit drin und das ist hier ganz wichtig nämlich dieses People-Pleasing-Thema.
00:53:21: Also ich war ja schon so eine... also ich war so ne richtig gute Peoplepleaserin Und ich glaub dass es so ziemlich des Gegenteils von dem was du mit entspannt und souverän meinst.
00:53:34: Ich wollte wirklich, ich wollte gefallen.
00:53:36: Ich wollte dass die Leute mich gut finden das sie mich mögen und ein bisschen tiefer damit verbunden ich wollte halt funktionieren ich wollte es anderen auch immer leicht machen ich wollte bloß nicht irgendjemanden mal zur Last fallen ich wollte blos nicht schwierig sein oder irgendwas für mich einfordern was für andere vielleicht Umstände bereitet hätte oder so.
00:54:04: Ja, ich habe die Bedürfnisse von anderen ganz selbstverständlich ganz oft über meine eigenen gestellt.
00:54:09: Ich hab das ehrlich gesagt auch gar nicht mal so richtig gemerkt.
00:54:13: Das ist eigentlich das Krasse dran!
00:54:15: Ich fand es gar nicht schlimm.
00:54:17: Es ist mir gar nicht so richtig aufgefallen.
00:54:19: Ich habe gedacht, so ist man wenn man ein guter Mensch ist ja also eine gute Tochter, ne gute Partnerin, eine gute Mutter und eine gute Freundin.
00:54:28: Eine gute Auftragnehmerin was auch immer.
00:54:33: Nur es hat in mir auch immer gleichzeitig noch eine andere Seite gegeben und die hat da immer so den Gegenpart übernommen.
00:54:47: Ich nenne sie heute Seele, ja das hoffe ich klingt jetzt nicht zu spirituell aber für mich war das meine Seele und ist es auch meine Seelehre, die da immer wieder aufgebegeert hat also die wahr oder musste auch sein ziemlich rebellisch.
00:55:08: Und ich habe auch sehr lange immer versucht und mich angestrengt, das zu unterdrücken und unten zu halten und irgendwie rückzustellen weil... Ich wollte ja nicht schwierig sein oder Dinge für mich fordern die anderen halt auch mal was abverlangt hätten.
00:55:21: Ja?
00:55:21: Ich wäre dann nicht mehr so die Liebe gewesen, die nette oder auch die starke, belastbare, die zuverlässige.
00:55:30: Natürlich hat mir das auch Angst gemacht!
00:55:35: die in den Augen anderer eben nicht mehr so gesehen zu werden.
00:55:39: Aber meine wunderbare Seele oder deren Botschaften waren einfach nicht ruhig zu kriegen, sie waren nicht mundtotzumachen und ja da war auch immer schon ein unheimlich starkes Bedürfnis nach Freiheit.
00:55:53: Da ist dieser Wert jetzt nochmal aber vor allem auch nach Freude, nach wirklich tief empfundener Freude auch nach Fröhlichkeit, nach Unmischwertheit, nach Leichtigkeit Vor allem aber eben nach echter Selbstbestimmtheit auch.
00:56:10: Und auch danach, mich auszudrücken und mein Leben wirklich selbst gestalten zu können – da war immer Mut!
00:56:20: Das kann ich heute rückblickend noch viel besser erkennen.
00:56:23: Ich habe mich getrennt.
00:56:25: Ich bin mit einem kleinen Kind alleine neu gestartet ohne Unterhalt des Vaters übrigens weil... ...ich wollte ja niemandem zur Last fallen.
00:56:34: Und gerade daran sieht man ja, dass bei mir beides immer da war.
00:56:39: Also dieses es anderen leicht machen aber auch so ein Mut und eine Bereitschaft für wirklich krasse Entscheidungen und tiefgreifende Veränderungen die dann eben damit einhergehen.
00:56:51: Klingt eigentlich wie so ein Paradox und trotzdem zieht sich das schon wie so eine Konstante durch ne ganz lange Zeit auch durch jetzt in meinen letzten thirty-fünf Jahren und auch schon sehr viel länger.
00:57:03: Ich habe mich ja auch beruflich immer wieder neu aufgestellt.
00:57:06: Hab Dinge angefangen, von denen ich nicht gewusst hab ob sie funktionieren.
00:57:09: Habe auch immer wieder übrigens sehr viel in mich investiert also vor allem auch Geld gerade in meinen Unternehmen.
00:57:19: Auch in Zeiten in denen es umsalzmäßig eben gar nicht gut lief.
00:57:22: das habe ich immer gemacht.
00:57:24: Also diese beiden Seiten waren immer da die Frau sich stark anpasst und die Freiheit braucht, wie die Luft zum Atmen und einfach auch mal ganz unkonventionelle Wege gehen muss.
00:57:39: Und da gab es natürlich Reibung!
00:57:40: Das hat sich immer wieder auch ganz stark so ineinander verhakt.
00:57:46: Dann kamen ja eben Erfahrungen dazu, die stark was verändert hatten – den Burnout haben wir schon gehabt aber eben auch Verluste Menschen, die gestorben sind, Menschen, Krankheit, Trennungen, Neuanfänge.
00:58:03: Ganz viel Liebe aber auch ganz viel Schönes!
00:58:05: Aber natürlich halt auch Krisen Dinge die schmerzvoll waren ja wo man schon auch mal so richtig in die Knie geht.
00:58:15: und irgendwann verändert so ein intensives vollgelebtes Leben den Blick es verändert einen selber wenn man es zulässt Und ich muss heute niemanden mehr gefallen.
00:58:32: Das ist für mich nicht einfach nur ein Instagram-Spruch, sondern das ist wirklich tiefe Wahrheit.
00:58:38: Natürlich möchte ich Menschen nicht absichtlich jetzt vor den Kopf stoßen!
00:58:43: Ich bin sehr empathisch.
00:58:45: Interessiere mich wahnsinnig für Menschen.
00:58:48: Ich bin offen für andere Sichtweisen und ich weiß auch sehr genau, dass meine Wahrheit immer nur meine Wahrhalt ist... Ja?
00:58:57: Aber ich brauche halt nicht mehr die Zustimmung von allen dafür.
00:59:00: Es gibt nur eine sehr kleine Zahl von Menschen, deren Meinung mir wirklich wichtig ist – ne sehr kleine Zeit!
00:59:07: Und alle anderen dürfen mich oder das was ich mach gut finden finde ich total schön wunderbar you're so welcome aber sie müssen es nicht.
00:59:18: Ich bin da vollkommen fein.
00:59:21: Das is überhaupt nichts was mich irgendwie beschäftigt.
00:59:27: Ich weiß heute auch viel genauer wer ich bin als Martina, als Manager, als Unternehmerin.
00:59:34: Und ich bin sicher das ist was wirklich mit dem Alter kommt!
00:59:40: Ich weiß einfach was ich kann, ich weiß was ich will und ich weiß halt auch was ich eben nicht will oder vor allem auch nicht mehr will... ...und ich glaube tatsächlich darin liegt so ein ganz großer Teil von Freiheit, von Souveränität ja?
00:59:55: Von Entspanntheit auch Das hast du ja auch angesprochen.
00:59:59: Also nicht darin überhaupt nicht mehr zu zweifeln, natürlich zweifelig!
01:00:03: Ich hinterfrag mich, ich hinterfrage meine Entscheidungen, ich Hinterfrag meine Haltung, ich check auch regelmäßig mit mir ein und überprüfe mich Und ihr denkt immer noch Glaubenssätze bei denen ich mir denke ach schau mal interessant Du bist also auch immer noch da Ja?
01:00:20: Also natürlich Entwicklung hört ja nicht plötzlich auf mit fünfzig oder sechzig, auch nicht mit siebzig oder achtzig hoffe ich mal.
01:00:30: Wie langweilig wäre das denn?
01:00:33: Darum geht es doch in unser menschlichen Leben dass wir Erfahrungen machen und dass wir wachsen und dass für uns weiterentwickeln.
01:00:41: aber ich also vielleicht kann man so sagen Ich zweifle heute anders Also früher konnte so ein Zweifel meinen mein komplettes Selbstbild in null kommunik infrage stellen.
01:00:53: Und heute kann ich denken, hm ja vielleicht war diese Entscheidung jetzt gar nicht so gut.
01:01:01: Ohne aber daraus zu machen, ich bin nicht gut und das ist ja ein riesiger Unterschiede, sehr einen Unterschied wie Tag und Nacht!
01:01:10: Ich habe heute eine sehr viel höhere Meinung von mir selber und ich hoffe es kommt jetzt nicht irgendwie überheblich rüber weil ich sage das ganz bewusst so Denn wir tun ja manchmal so, als wäre es sympathischer möglichst bescheiden über sich selber zu denken.
01:01:27: Das ist nicht immer richtig!
01:01:31: Es ist wichtig wie du über dich denkst was Du über Dich denkst Wie Du über dich sprichst.
01:01:37: Ich weiß was ich gut kann Ich weiß dass ich da auch viel Erfahrung mittlerweile habe Ich weiß das ich eine richtig gute Mentorin bin Und gleichzeitig kenne ich aber auch meine blinden Flecken, beziehungsweise das ist ja jetzt Herr Schmann.
01:01:51: Also die sind ja eben blind – man sieht sie ja nicht!
01:01:55: Aber zumindest ich weiß ganz genau dass da viele sind und immer mal wieder kommt einer ans Licht?
01:02:02: Das ist mir absolut klar.
01:02:04: und nicht nur deshalb muss ich aus meinem Selbstwert keine Überlegenheit machen, das ist mir alles klar.
01:02:18: Vielleicht geht es darum, diese gute Form von Selbstvertrauen für sich zu finden.
01:02:26: Selbst Vertrauen... ich schreibe das gerne mit einem Bindestrich in zwei Wörtern.
01:02:33: Das hat etwas Ruhiges, das hat vielleicht auch was Demütiges auf jeden Fall aber hat's was Stärkendes, was auch Sicherheit gibt.
01:02:47: und ja, dass kommt Mit dem Alter würde ich sagen.
01:02:52: Und da sind wir eben bei diesem großen Thema, das war ja auch ein Teil von Steffis Frage und auch Sabine...ne sorry Sabina hat was dazu gefragt.
01:03:04: Sie hat geschrieben Ich werde im November fünftig und finde es ganz furchtbar.
01:03:09: Es macht mir sehr zu schaffen Ganz besonders auch das Thema Sichtbarkeit.
01:03:14: Du beschreibst älter werden aber als etwas Gutes.
01:03:17: Bitte verrate mir wie das geht.
01:03:21: Okay, also erst mal wie schön dass du so einen schönen ruhigen Geburtstag feierst jetzt dann bald in ein paar Wochen.
01:03:30: Ich hoffe du feierest ihn auch wirklich!
01:03:35: Also ich muss jetzt ehrlich sagen das ich noch nie so krasse Probleme mit meinem Alter gehabt habe und das finde ich selber.
01:03:42: wenn ich so drüber nachdenke oder mit anderen spreche finde ich das interessant.
01:03:45: bei mir hat sich das irgendwie auf einer anderen Ebene abgespielt.
01:03:49: Ich habe zum Beispiel mit fünfzig manchmal das Gefühl gehabt, dass dreißigjährige Frauen mental oder besser gesagt mindsetmäßig schon so viel weiter waren als ich und das fand ich irgendwie... Ja, das hat mich irgendwie angefasst.
01:04:04: für mich war es eher aber so ein Gefühl von ich hab Zeit verschwendet Und jetzt habe ich nicht mehr soviel davon.
01:04:13: Also das war bei mir so'n bisschen in anderer Kontext im indem ich so mein Alter als Nachteil vielleicht gesehen habe oder besser gesagt, mit so ein bisschen Wehmut.
01:04:23: Ja also ich glaube, wehmut ist es richtig geworden dass ich nicht früher mit einigen Sachen schon begonnen hatte aber das ist wahrscheinlich jetzt nicht des was du meinst.
01:04:35: okay ich sage jetzt einfach mal wie ich so über alter denke und vielleicht ist da ja dann auch ein Gedanke vielleicht dabei was du dir nehmen kannst beantworten kann, wie das geht.
01:04:49: Wie du Sabina das ausgedrückt hast.
01:04:53: Also ich finde es auf jeden Fall spannend oder auch sehr interessant, wie sehr alles in Bezug auf Alter immer noch als was erzählt wird gegen dass wir uns werden sollen.
01:05:06: Besonders für Frauen Also auch so was wie, dass es ein ganz großes Kompliment ist wenn wir jünger geschätzt werden zum Beispiel.
01:05:13: Es wäre das Ziel oder zumindest eine richtig tolle Leistung zum Beispiel mit sechzig möglichst zu wirken oder auszuschauen wie mit forty-fünf.
01:05:23: Und für mich ja okay.
01:05:26: also wenn mich jetzt Leute Jünger schätzen würden dann freut mich das auch oder würde mich das auf freuen warum auch immer.
01:05:33: aber was ich eigentlich sagen will Also ich bin sechzig seit Ende letzten Jahres und aus ganzem Herzen, ich finde es wundervoll.
01:05:47: Das sind sechszig Jahre intensiv gelebtes Leben.
01:05:51: Sechszig Jahre krasse Erfahrung, krasser Erfahrungsschatz!
01:05:57: Liebe Freude Verlust Schmerz Erfolg Erkenntnisse Wichtige Learnings Mut Fehler Neuanfänge, Veränderungen aber auch Abenteuer so viel Abenteuern.
01:06:14: Warum sollte ich das verstecken wollen?
01:06:18: Da bin ich auch stolz drauf und das ist es doch was ich vielen jüngeren Menschen voraus habe diese Menge an.
01:06:28: er lebt ihm, an erfahrenen, an Meilensteinen, an Entwicklung, an Wachstum.
01:06:40: Ich habe meinen Sechzigsten gefeiert mit einem richtig tollen Fest, weil was für ein Privileg ist es denn bitte älter zu werden?
01:06:52: Es ist nicht jeder vergönnt ihren Sechzigsten zu feiern und ich ohne das.
01:06:59: Das ist für mich so etwas Besonderes im guten Sinne!
01:07:05: Ich fühle mich ja auch nicht wie Sechzieh bzw... Wie fühlt man sich denn mit Sechzig?
01:07:10: Ich weiß es nicht.
01:07:11: Als ich jung war, war Sechzig für mich uralt.
01:07:15: Genauso wie jetzt für meine Kinder oder für meine Enkelin natürlich sowieso.
01:07:18: Na klar!
01:07:19: Aber jetzt also... ...ich fühle mich dabei interessanterweise oft völlig ja alterslos eigentlich.
01:07:29: aber das heißt eben für mich nicht dass ich mich jünger fühle sondern Das heißt für mich, ich fühl mich einfach wie ich Und ich fühle mich total wohl in mir und mit mir.
01:07:41: Das ist wirklich krass, weil ich bin ja jetzt wirklich älter.
01:07:46: Aber ich fühl mich... Ich sag das jetzt einfach mal!
01:07:49: Ich fühle es schöner als mit dreißig.
01:07:54: Ich weiß ja nicht vielleicht wird man auch in dieser Hinsicht irgendwie so ein bisschen altes, milde mit sich selber aber ist doch schön.
01:08:01: Wenn wir jetzt schon mal dabei sind und ich das angefangen habe, also ich hab eine ganz andere Beziehung zu meinem Körper als junge Frau gehabt.
01:08:09: Also eine viel bessere.
01:08:10: Eine viel intensivere auch!
01:08:12: Und wenn wir überhaupt über's Aussehen zum Beispiel reden müssen – das müssen wir ja nicht aber tue ich ja gerade irgendwie – Ich finde mein gealtertes Aussehen interessanter als mein Aussehen früher.
01:08:28: Ja?
01:08:29: Ich finde das interessanter und ich würde mir auch zum Beispiel nie... Das ist natürlich eine total individuelle Entscheidung, aber ich würde mich nicht die Haare färben.
01:08:37: Und ich hatte früher, wo ich wirklich noch jung war so krass viel an mir auszusetzen!
01:08:45: War es für einen Blödsinn?
01:08:47: Also wie viel verschwendete Zeit und Gedanken und Gefühle, aber das ist halt genauso wie's is'.
01:08:53: So isses wenn man jung is'!
01:08:56: Und wenn man jung ist, hat man eine andere Meinung dazu.
01:08:58: Das ist völlig okay!
01:09:00: Ich finde es jetzt schöner.
01:09:02: Also mir geht's jetzt besser damit und wie gesagt ich fühle mich nicht wie irgendein Alter sondern ich fühl mich wie ich.
01:09:12: Ich bin neugierig.
01:09:14: Ich lerne auch ständig was Neues.
01:09:17: Ja, ich sorge sehr gut für meinen Körper.
01:09:20: Ich versuche es nicht nur, sondern ich schaue das sich nicht zu bequem werde.
01:09:27: Ich esse gut und hochwertig!
01:09:32: Ich möchte gerne auch in zwanzig Jahren immer noch auf ein Berg steigen können ja?
01:09:36: Und im Bereich Kunst also jetzt als Künstlerin da fange ich ja gefühlt gerade erst an... Das ist doch einfach herrlich
01:09:46: oder?!
01:09:47: Ich fang da grad erst an Und gleichzeitig bin ich aber total protective, also sehr viel beschützender mit meiner Zeit geworden als ich es jemals war.
01:09:59: Also meine Zeit ist wirklich kostbar und deswegen habe ich auch einfach viel weniger Lust und auch nicht Nerven für Bullshit!
01:10:11: Für Vorhaben die mich null interessieren, für Menschen die nicht gut für mich sind bei denen sich bei mir alles eng anfühlt Ja?
01:10:21: Für Erwartungen, die nichts mit mir zu tun haben oder Forderungen und definitiv für den Versuch jedem gefallen zu müssen.
01:10:31: Das zu versuchen – das ist für mich wirklich verschwendete Lebenszeit!
01:10:36: Und beruflich...das was ich mache…also meine Brand wird nicht jedem gefallen.
01:10:42: Es gefällt auch nicht jedem.
01:10:43: Ich werde nicht jedem gefallen.
01:10:45: Gott sei Dank!
01:10:46: Alles andere wäre ja unglaublich anstrengend und irgendwie total komisch.
01:10:54: Und ich habe auf diesem wirklich langen Weg von diesen fünfhundrissig Jahren in der Selbstständigkeit auch was, also wie ich glaube das Wichtiges verstanden nämlich dass es viel viel weniger darum geht immer ganz viel zu erklären wer man ist.
01:11:09: Ja?
01:11:10: Sondern man muss es leben!
01:11:13: Man muss das was man auch als Brand darstellt verkörpern, wie das heute so oft zu schön heißt.
01:11:19: Aber es ist einfach... Da ist so viel Wahrheit drin!
01:11:24: Wir müssen genau das verkörpern und zwar mit dem eigenen sein.
01:11:28: Und weißt du was?
01:11:30: Das verändert übrigens auch das Thema Sichtbarkeit komplett.
01:11:33: Das hat Sabina ja auch gefragt.
01:11:36: Ich habe das Gefühl ich muss als eine Frau Mit wirklich langer Lebenserfahrung nicht mehr dastehen und sagen Hallo schau mal Schau mal zu mir, ich bin hier relevant.
01:11:48: Ich kann einfach da sein mit meiner Erfahrung, mit meiner Haltung, mit meine Meinung und mit meiner Ästhetik, mit meinen Ecken und Kanten.
01:11:59: Und wer damit etwas anfangen kann ist herzlich willkommen!
01:12:09: Ja, die sich da angesprochen und abgeholt und gerufen fühlen.
01:12:13: Die sich gesehen und gehört fühlen Und für die ich wirklich was tun kann Aber wer sich dann nicht gemeint fühlt das ist doch wunderbar.
01:12:21: Das ist doch Positionierung im besten Sinn Differenzierung ganz aus sich selber heraus.
01:12:27: Das is Branding So wie ich es verstehe Und gleichzeitig unterschließt sich der Kreis zu der Frage.
01:12:37: Gleichzeitig ist es eben auch eine der schönsten, erfüllendsten Freiheiten vom Älterwerden.
01:12:43: Also diese Klarheit und dieses Verständnis von und für sich selber zu haben und das für sich sprechen zu lassen und dass für sich wirken zu lassen.
01:12:56: Und ja, das Einzige wofür ich wirklich so alt bin, ist mich kleiner zu machen damit andere sich wohler fühlen.
01:13:05: Also damit bin ich fertig, dafür bin ich definitiv zu alt.
01:13:12: Und das bedeutet für mich... Ich will mein Leben nach meinen eigenen Maßstäben leben mit ganz viel Freude und ganz tief verbunden mit mir selber und das auch immer wieder zu überprüfen und auch immer weiter zu verändern wenn es nötig ist!
01:13:35: Das ist noch ganz wichtig Mit dem Wissen, dass ich mich jederzeit und immer wieder noch mal verändern darf.
01:13:43: Auch wenn ich an Jahren schon so alt bin.
01:13:47: Ich kann so vieles nochmal ganz neu anfangen, wenn ich will.
01:13:52: Okay!
01:13:54: Wow... Ja, das ist jetzt eigentlich ein schöner Abschluss für diese Folge.
01:14:01: Es gibt zwar noch die eine oder andere Frage aber irgendwie muss man kurz schauen.
01:14:08: die ich jetzt nicht namentlich erwähnt habe, dass ich die irgendwie schon jetzt beantwortet hab.
01:14:14: Also... Ich hoffe, ich habe hier alles was dich und was euch interessiert hat!
01:14:21: Hier in der Folge doch abgedeckt.
01:14:23: Ansonsten schreibt mir gerne nochmal.
01:14:26: Da ist eigentlich noch mal ganz viel Stoff drin auch für andere Folgen.
01:14:32: Und wenn ich jetzt eben auf diese thirty-fünf Jahre selber noch mal so zurückschau, dann ist mir klar dass da eigentlich nicht so eine gerade Linie zu erkennen ist.
01:14:39: Ich sehe und mir ist jetzt nochmal klar geworden durch die Folge Eure Fragen das es da ganz schön viele verschiedene Versionen von mir gegeben hat und gibt also die junge Frau die einfach losgelegt hat Die Mutter die nachts gearbeitet hat und die ganz schön am Rad gedreht hat die Autodidaktin, die Designerin, der sich alles rund um Gestaltung, Webdesign und überhaupt Branding selber beigebracht hat.
01:15:10: Die Frau, die irgendwann zusammengebrochen ist... Aber halt auch die, die wieder aufgestanden ist!
01:15:15: Immer wieder!
01:15:17: Die Mentorinnen, die Coach, die so sehr liebt andere Menschen zu begleiten in ihre eigene Sichtbarkeit.
01:15:25: Ja?
01:15:26: Und die, wie heute hier steht mit Sechzig thirty-five Jahre selbstständig und immer noch so, so neugierig drauf was jetzt als nächstes kommt.
01:15:38: Was ich als nächst starte ohne zu wissen wie das genau geht und da habe ich natürlich auch schon etwas im Kopf freue mich riesig drauf und er darfst du gespannt sein.
01:15:52: Wie gesagt Ich glaube es ist gar nicht so wichtig immer zu wissen, wie es genau geht.
01:15:56: aber ich finde es ist wichtig den Mut zu haben eben dieser Neugier, diesem Impuls zu folgen und der Freude zu folge und halt einfach auch mal loszugehen.
01:16:08: Und wenn nötig Dinge zu verändern die nicht passen und auch mal eine andere Perspektive einzunehmen und vor allem liebevoll und unterstützend mit sich selber zu sein und sich auch was zutrauen.
01:16:22: Ich möchte wirklich Danke sagen für diese Fragen!
01:16:26: Die waren klasse.
01:16:27: das hat mir Freude gemacht.
01:16:30: Es wäre wirklich schön, ich würde mich freuen wenn da heute was dabei war.
01:16:34: Was auch für dich wichtig war.
01:16:35: Vielleicht ein Gedanke der zeigt ja vielleicht ist es der dass du weißt dein Weg muss nicht so schnurgerade sein.
01:16:44: Abzweigungen oder auch Umwege die gehören einfach dazu und sie sind sehr sehr wertvoll.
01:16:49: Die können so viel Neues offenbaren Und das auch Erfahrung Vielerfahrung nicht bedeutet dass man fertig ist dass du dir auch nach vielen Jahren noch erlauben darfst, dein Business oder deinen Leben überhaupt ganz neu nochmal auf dich selber zuzuschneiden.
01:17:07: Passgenau zu dir zu machen!
01:17:10: Und ja wenn mir da ein bisschen was gelungen ist, wenn ich dich dann mit dem einen oder anderen Gedanken mitnehmen konnte, dann teile doch bitte die Folge gern mit jemandem für den sie vielleicht gerade auch wichtig sein könnte.
01:17:22: und ich freue mich sehr über deine Bewertung auf Spotify wo auch immer du diesen Podcast hörst.
01:17:31: Du weißt ja wahrscheinlich, wie wichtig das für einen Podcast wie diesen hier ist und für mich ist es so wertvoll.
01:17:37: ich freue mich da sehr drüber.
01:17:38: vielen Dank dafür!
01:17:40: Die Links zu dieser Folge findest du ja wie immer in den Show Notes und auf deliciousdesign.de.
01:17:46: slash podcast.
01:17:48: Das hier ist die Folge Nummer einundsechzig.
01:17:51: Vielen Dank fürs Zuhören Danke für deine Zeit!
01:17:55: Die ist nämlich wirklich wertvoll Mit mir, mit dem Podcast verbringst dann weiß ich das sehr zu schätzen.
01:18:02: Es ist so schön dass du hier bist und dass du mein Jubiläum heute mit mir gefeiert hast.
01:18:08: Hab einen ganz ganz tollen Tag.
01:18:10: alles Liebe von mir zu dir und bleib einzigartig!
01:18:14: Denn das bist du deine Martina.
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